Drahtlose Kommunikation
Mobilfunk
GSM
Anfänglich rein für den Sprachverkehr konzipiert, kamen in den letzen
Jahren eine Vielzahl von neuen Diensten hinzu wie SMS oder WAP, wobei
besonders ersteres für die automatische Datenübertragung benutzt
wird. Für viele Anwendungen ist die Datenübertragung mittels GSM zu
langsam, oder das (verbindunsgzeitabhängige) Abrechnungsmodell wirkt
prohibitiv. Folgende Standards versuchen hier Abhilfe zu schaffen:
HSCSD
HSCSD basiert auf der leitungsvermittelnden GSM-Technologie. Der große
Vorteil dieses Systems besteht darin, dass man dafür keine neue Infrastruktur
benötigt, sondern alle existierenden Einrichtungen des GSM-Netzes nutzen
kann. Es wird lediglich eine neue Software beim Endgerät und beim Provider
benötigt. Es werden mehrere Kanäle gleichzeitig zur Datenübertragung
verwendet, womit aber auch das Netz entsprechend stärker belastet wird.
Deshalb findet HSCSD nur in Netzen mit geringer Teilnehmerzahl und ausreichend
freien Kapazitäten Anwendung.
GPRS
Die aktuelle Stufe der mobilen Datenübermittlung ist GPRS. Im Unterschied
zu GSM und HSCSD stellt GPRS ein paketvermittelndes Verfahren dar, das
für eine maximale Übertragungsrate von 171,2kBit/s spezifiziert ist.
Durch die Paketvermittlung können GPRS-Mobiltelefone ständig online
sein. Kanalkapazitäten werden nur dann beansprucht, wenn tatsächlich
Daten übertragen werden. Damit kann eine größere Zahl von Teilnehmern
gleichzeitig Daten übermitteln, jedoch sinken die Übertragungsraten
bei starker Auslastung der Zelle drastisch ab. Somit werden im Normalbetrieb
Datenraten zwischen 30kBit/s
und 50kBit/s (2 – 4 Kanäle) im downlink zum Endgerät und 10kBit/s
bis 30kBit/s (1 – 2 Kanäle) im uplink erreicht.
Vorteile von GPRS gegenüber GSM
- Erlaubt eine variable Nutzung von freien Kapazitäten zur Übertragung
von Paketen nach Bedarf (Problem Netzüberlastung?)
- Ständige aktive Verbindung mit dem Internet (always on)
- Sehr gut geeignet für asymmetrische Anwendungen
- E-Mail Kommunikation
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UMTS
Eine gerade im Aufbau befindliche Technologie im Bereich Mobilfunk
stellt UMTS dar. UMTS ist ein paketvermittelnder Dienst mit Übertragungsraten
von bis zu 2 MBit/s. Auch hier gilt: 2 MBit/s werden nur in den Kernzonen
unter optimalen Bedingungen bei vollem Netzausbau und ruhendem Benutzer
erreicht. Bei einer Geschwindigkeit von 120km/h (z.B. auf der Autobahn)
beträgt die Datenrate beispielsweise nur noch ein Fünftel der
maximalen Rate, bei einem Tempo von 300km/h (z.B. in einem ICE) nur
noch ein Vierzehntel. Der Ausbau geschieht in 2 Etappen.
Stufe 1: Ein großmaschiges Funknetz gewährt ab ca. 2003 Transferraten
bis zu 384kBit/s bei Geschwindigkeiten unter 10km/h.
Stufe 2: Das erste Netz wird in Ballungszentren verdichtet, um dort
höhere Übertragungsraten zu erreichen. Diese Phase soll bis 2005 abgeschlossen
sein.
In Österreich wurde an die Lizenzvergabe folgende Bedingungen geknüpft:
1. Der Betreiber muss ein UMTS-Netz in absehbarer Zeit errichten.
2. Eine minimale Datenübertragungsrate von 144kBit/s muss gewährleistet
werden.
Allgemein:
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die vorgestellten
Verfahren:
|
Dienst
|
Datenrate 
|
Kommentar
|
|
Min.
|
Real
|
Max.
|
|
GSM
|
9,6kBit/s
|
9,6kBit/s
|
9,6kBit/s
|
Teilnehmer in der Zelle besetzen Kanäle ,
verbindungszeitabhängige Entgelte
|
|
HSCSD
|
9,6kBit7s
|
20kBit/s
|
108,8kBit/s
|
Teilnehmer in der Zelle besetzen mehrere Kanäle gleichzeitig,
verbindungszeitabhängige Entgelte
|
|
GPRS
|
9,05kBit/s
|
30-50kBit/s
|
171,2kBit/s
|
mehr Teilnehmer in der Zelle können gleichzeitig online sein
daher von der übertragenen Datenmenge abhängige Entgelte möglich
|
|
UMTS
|
144kBit/s
|
384kBit/s
|
2 Mbit/s
|
geplant ab ca. 2003 (wahrscheinlich aber 2005)
|
Tabelle 1: Zusammenfassung der Übertragungskapazitäten der einzelnen
Datenübertragungsdienste
Consumer Datendienste (always online Dienste wie GPRS und unter
Benutzung von mobile IP) sind auch im Bereich Logistik nutzbar.
Welche Bedeutung sie im Vergleich zu kommerziellen Pagerdiensten, Satellitenverbindungen
oder lizenzfreien Mittel- oder Kurzwellenübertragung erlangen werden,
hängt nicht zuletzt von den Tarifmodellen ab. Im Bereich portable Geräte
werden Kombinationen von PDA und GPRS-Modulen zum Einsatz kommen,
die so mächtigere Browser und E-Mail- oder ERP-Clients ermöglichen.
Erfolgt die Programmierung für die Java Micro Engine (JME), ergibt sich
zumindest für die Programmlogik eine hohe Portabilität bzw. Wiederverwendbarkeit
des Sourcecodes.
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