Preisträger der 1. Auschreibung des bm:vit "eBusiness in der Logistik"

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Paketpost 2000 der Schweizerischen Post

Projektdaten

Name: Paketpost 2000 (PP2000)
Beteiligte: Die Schweizerische Post (CH), Inform GmbH (D), u.a.
Projektvolumen: > 500 Mill. CHF; davon ca. 40 Mill. CHF IT-Ausstattung
Projektlaufzeit: Juni 1996 bis Mai 1999 (Planung und Neubau der Paketzentren)
1999 bis 2001 (Anpassungen der Abläufe, Erweiterung des IT-Einsatzes)
Projektstatus: im Wirkbetrieb
Projekthomepage: -

Ziele

Die Generaldirektion PTT, heute Die Schweizerische Post erteilte in den frühen 90er Jahren einem Arbeitsteam den Auftrag, die Paketverarbeitung mit folgenden Zielsetzungen neu zu gestalten:

·          Volle Kostendeckung im Jahr 2000

·          Sicherstellen der nationalen Versorgung (auch bei Betriebsstörungen)

·          Schonende Behandlung der Pakete im Zentrenbetrieb

·          Nutzen der neuesten Technologien in der Paketverarbeitung

·          Reduktion der Sortiergänge (Botenreine Sortierung in den neuen Zentren)

·          Abstimmen von Transport- und Verarbeitungskonzept in den Zentren unter Einbezug von alternativen Verkehrsträgern

Die zentrale Aufgabenstellung war, mittels Einsatz moderner Technologien, Wahl geeigneter Verarbeitungsstandorte und optimaler Gestaltung der Verarbeitungsprozesse die Paketverarbeitung zu rationalisieren.

Umsetzung

Es wurde ein Vorgehen in folgenden Schritten gewählt:

·          Definition von verschiedenen Zentrenvarianten

·          Dynamische Simulation der Transporte für die Zentrenvarianten durch die Firma Dornier

·          Aktualisierung des Annahme-, Transport- und Zustellkonzeptes

·          Wirtschaftlichkeitsanalyse

·          Vorevaluation von Grundstücken für Neubauten

·          Bewertung und Empfehlung

Der ausgewählte Vorschlag, die Variante „3+2“, sieht drei neue topmoderne Zentren mit den Standorten Romandie, Mittelland und Ostschweiz und die bisherigen Zentren Zürich Mülligen und Bern in ihrer bisherigen Form vor. Maßgeblichen Einfluss auf die Zentrenkonzeption hatte nicht die Wahl der Sortiertechnologie, sondern die Zahl der nötigen Zielrutschen für die zielreine Ausscheidung der Botenbezirke und die Transportkonzeption. Dank dem Einsatz von Containern konnte an den Standorten der neuen Zentren auf einen eigentlichen, gedeckten Postbahnhof verzichtet werden. Die Vermehrung der Straßentransporte erforderte eine großzügige Verkehrsfläche und eine große Zahl von Andockstellen.

Mit moderner Fördertechnologie wird in den drei neuen Zentren eine rationelle Sortierung der Pakete bis auf die einzelnen Paketboten bzw. Poststellen ermöglicht, gleichzeitig wird eine schonende Paketbehandlung gewährleistet. Mit der neu entwickelten automatischen Codierung (ACS) werden die Paketadressen in den drei neuen Zentren automatisch gelesen. Die ACS-Systeme erfassen alle Sendungsdaten, womit die Grundlage für die lückenlose Paketverfolgung, für eine zuverlässige Mengenstatistik und für eine künftige automatische Fakturierung geschaffen wird. Die Pakete werden nach der maschinellen Sortierung, die eine Anschriftenerkennung einschließt, in den Zentren ohne weiteres Handling den Paketboten in Gitterrollwagen zugeführt. Die Zahl der Sortiergänge, bis ein Paket den Boten erreicht, ist von früher vier bis fünf auf einen bis drei reduziert worden.

Die Annahme der Pakete erfolgt hauptsächlich über ein neu errichtetes Netz von 33 Paketbasen und einzelnen ausgewählten Paketfilialen sowie über die Poststellen. Um die Kosten zu senken, wird die Direktaufgabe in den Basen gefördert.

Die Zustellung erfolgt für knapp 2000 Städte und Ortschaften ab 63 Paketbasen und Paketfilialen. Die Paketbasen werden von den Zentren aus per Lkw und Bahn bedient.

Zur Steuerung und Optimierung der Wechselbrücken in den Postzentren wird das Transportleitsystem TESS eingesetzt. Das System steuert über Datenfunk die Containerportalkrane und Platzfahrzeuge und sorgt für eine termingerechte Abwicklung der Transportaufträge. Bei der Abwicklung werden Wege und Auslastung einer Einheiten optimiert. Alle Fahrzeuge (sowohl Lkw als auch die Tragwagen der Bahn) und die Wechselbrücken sind mit Transpondern ausgestattet, so dass eine Identifikation jederzeit möglich ist. Die eingehenden Ladungen können direkt mit dem Auftragsmanagement- und Dispositionssystem abgeglichen werden und die Platzfahrzeuge danach angesteuert werden. Fehlerhafte Beladungen werden im Ausgang der Fahrzeuge vom Hof direkt erkannt und vermieden. Zur Datenkommunikation auf den Höfen der neuen Postzentren wird Datenfunk im Schmalbandbereich eingesetzt.

Der Kostenrahmen für den Neubau der Zentren inklusive der Sortier- und Umschlagstechnik sowie der IT-Ausstattung betrug gut eine halbe Milliarde CHF. Der Anteil der IT-Ausstattung lag bei etwa 7%.

Ergebnisse

Am 31.5.1999 wurde die neue Paketverarbeitung in Betrieb genommen. Nach anfänglichen Problemen mit der Leistungsfähigkeit konnte bis zum Herbst 1999 wieder die 90%-Schwelle bei den zugesicherten Zustellzeiträumen von der Ein- bis zur Auslieferung mit den neuen Zentren erreicht werden.

Hinsichtlich der einzelnen Zielsetzungen, die zu Projektbeginn getroffen worden sind, sind folgende Ergebnisse festzuhalten. Eine volle Kostendeckung im Jahr 2000 wurde, auch auf Grund der Anlaufschwierigkeiten und von Veränderungen im Leistungsangebot, noch nicht erreicht. Das Sicherstellen des Leistungsangebotes erwies sich vor allem in die Bereichen als kritisch, in denen zur Stärkung des Kundenservice erweiterte Angebote bezüglich der Annahmezeiten eingeführt wurden und damit die Spitzen in den Zentren höher und die Zeitfenster enger wurden. Zudem ist das Logistiksystem durch die Reduktion der Zentrenstandorte störungsanfälliger geworden, so dass sich Betriebsstörungen schneller auswirken. Die Qualität bei der Paketbehandlung nahm durch das neue Konzept und die in diesem Zuge eingeführte Sortiertechnik zu. Dass die Paketverarbeitung durch das Projekt technologisch auf dem neuesten Stand ist, wird durch eine Expertenbeurteilung der Firma Siemens bestätigt. Das Transportkonzept bewährt sich. Es ist aber feststellbar, dass sich durch die Wahl der neuen Standorte sowie die konsequentere Trennung von Paketen und übrigen Sendungen die Transportkosten für den Konzern erhöht haben (Wegfall der gemeinsamen Nutzung von Transportkapazitäten). Das gesamte Projekt wurde in der gewünschten kurzen Zeit realisiert. Verzögerungen von z.T. mehreren Monaten gab es auf Grund von Abstimmungsproblemen und technischen Fehlern bei der Bereitstellung der Informatik (insbesondere bei der Steuerungssoftware und Hoflogistik).

Die informationstechnische Ausstattung in der Sortierung und bei der Hoflogistik hat dafür gesorgt, dass das gesamte System auch bei Spitzenbelastungen hinsichtlich des Paketaufkommens noch handhabbar bleibt. Durch die Erfassung der ein- und abgehenden Fahrzeuge und Wechselbrücken können über das Intranet genauere Informationen zu erwarteten Ankunftszeiten in den Zentren bzw. Postbasen zur Verfügung gestellt werden.

 

Projekte

Projekte nach Anwendungen
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Übergeordnete Beispiele

Projekte A-Z

Ergebnisse

Flyer mit der Zusammenfassung der Ergebnisse (959 kByte)

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