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BAYERNINFO

Projektdaten

Name: BAYERNINFO
Beteiligte: Freistaat Bayern, BMW AG, DaimlerChysler AG, Heusch Boesefeldt GmbH, Infratest Burke GmbH, Mentz Datenverarbeitung GmbH, Stadt München, Stadt Nürnberg, Siemens AG, SSP Consult GmbH, TU München
Projektvolumen: 19 Mio. DM – 50% Eigenanteil der beteiligten Unternehmen und 50% Förderung des Freistaat Bayern
Projektlaufzeit: Oktober 1995 bis Dezember 2000
Projektstatus: Forschungs- und Pilotvorhaben abgeschlossen, das Verkehrsinformationssystem ist im Regelbetrieb
Projekthomepage: http://www.bayerninfo.de

Ziele

Die zentrale Zielsetzung des Projektes BAYERNINFO war der Aufbau eines überregionalen Verkehrsinformationssystems. Zur Fokussierung und Bereitstellung der unterschiedlichen Informationsanforderungen und –bedarfe sollte eine landesweite Verkehrsinformationszentrale und zwei Informationszentralen für die Großräume München und Nürnberg aufgebaut werden. Diese Zentralen sollen die Aufgabe der dynamischen Verkehrsanalyse und -prognose übernehmen und stellen aktuelle Verkehrslageberichte zur Verfügung. Dabei wird nicht ausschließlich auf eine bestimmte Zielgruppe wie den Personen- oder Güterverkehr fokussiert, sondern möglichst alle Verkehrsteilnehmer interessierendes Informationsangebot bereitgestellt. Auf Grund des verkehrspolitischen Anspruchs der Projektträger (Freistaat Bayern, Städte München und Nürnberg) sollen durch die Bereitstellung der Verkehrsinformationszentralen u.a. auch unnötiger Verkehr vermieden, die weniger umweltbelastenden Verkehrsmittel gestärkt und zur Harmonisierung des Verkehrs und zur Stärkung der Intermodalität die einzelnen Verkehrssysteme besser vernetzt werden.

Weitere Ziele sind der Ausbau der elektronischen Fahrplanauskunft EFA zu einem bayernweiten Auskunftssystem für den öffentlichen Verkehr sowie der Testeinsatz von kleinen, tragbaren Mobilitätsplanern (PTA) zur Information der Verkehrsteilnehmer vor und während der Fahrt. Dieses Teilprojekt ist allerdings nur auf den Bereich (intermodaler) Personenverkehr ausgerichtet.

Umsetzung

Da in dem Projekt nicht „nur“ eine technische Lösung oder „nur“ ein gesamtheitliches Konzept Bestandteil war, wurde das Projekt von einem breit aufgestellten Konsortium bearbeitet. Die Realisierung wurde in sieben Arbeitspakete unterteilt und stand unter der ständigen Koordination eines Lenkungskreises.

So wurde zu Beginn und während des Projektes untersucht, was aus verkehrsplanerischer und verkehrspolitischer Sicht mit dem Verkehrs­management­­projekt erreicht werden soll, und wie ein Informationssystem beschaffen sein muss, um die Akzeptanz der avisierten Zielgruppen zu erlangen und deren Bedürfnisse zu erfüllen. Mit der in das Gesamtprojekt eingebundenen Wirkungsermittlung wurden die verkehrlichen und verkehrswirtschaftlichen Wirkungen anhand eines vorgegebenen Szenarios ermittelt.

 

Parallel dazu wurde mit der Entwicklung einer übergeordneten Systemarchitektur begonnen, die zum Einen die Zusammenführung einer derartig komplexen Informationsfülle ermöglicht und zum Anderen die Anbindung verschiedener Systeme, die als Quellen für Informationen dienen, und von projektspezifischen Teilsystemen erlaubt. Angebunden wurden im Projektverlauf die Verkehrsrechnerzentralen der Autobahnen, die Informationssysteme der Deutschen Bahn und der Flughäfen sowie weitere verkehrliche Erfassungseinrichtungen (Baustellenmanagement). All diese Informationen und Verkehrsdaten werden gemäss ihrer Zielsetzung (Darstellung der Verkehrslage, Verkehrsprognose, Ressourcennutzung (Parkplätze, öffentliche Verkehrsmittel), Fahrplanauskunft, Präsentation des Verkehrsangebotes usw.) verdichtet und verarbeitet und über die Informationskanäle von BAYERNINFO bereitgestellt.

Die Bereitstellung der Informationen sollte breit gefächert erfolgen: Internet, Online-Dienste und Personal Travelling Assistent (PTA). Damit sollte ein allumfassender und zu jedem Zeitpunkt möglicher Zugriff auf das Informationssystem möglich sein.  

Die Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel sämtlicher Verbünde aus ganz Bayern werden auf dem zentralen System zur landesweiten Elektronischen Fahrplanauskunft (EFA) verknüpft.

Der PTA stellt mobil die gesamten Informationen der anderen Teilsysteme (Verkehrsinformationszentrale Bayern, Regionalzentralen München und Nürnberg und EFA) zur Verfügung. Für den PTA wurde ein umfassende Software zur „Routenplanung“ entwickelt, die auf der Gesamtheit dieser Informationen aufsetzt, die für eine bestimmte Route erforderlich sind. Der Nutzer erhält mobil sämtliche relevanten Informationen (straßenseitige Routenplanung inklusive Verkehrslageberücksichtigung, Transportmittel­wechsel, Fahrplaninformation) für seine Fahrt, ohne selbst auf verschiedene Quellen zugreifen zu müssen.

Ergebnisse

Das geplante Verkehrsinformationssystems mit der landesweiten Verkehrsinformationszentrale Bayern und den zwei Informationszentralen speziell für die Großräume München und Nürnberg wurde vollständig realisiert. Die bayernweite Verkehrsinformationszentrale VIZ ist derzeit – nach Ablauf des Laufzeit des Forschungs- und Pilotprojektes – in den harten Regelbetrieb mit minutengenauer Aktualisierung der Verkehrslage übergegangen. Die Datenerfassung wird weiter verdichtete. Die Regionalzentralen sind weiterhin im Testbetrieb

Die erste Version der Internetplattform, über die die verkehrsbezogenen Informationen bereitgestellt werden, konnte bereits zu einem frühen Projektzeitpunkt, nämlich schon 1996, öffentlich zugänglich gemacht werden. Wesentliches Novum der Entwicklung war das Bereitstellen verkehrsmittelübergreifender Verkehrslageberichte. Dadurch wird vor allem das Aufzeigen verkehrlicher Alternativen möglich, die über eine „weiträumige Stauumfahrung“ hinausgehen.

Auch das intermodale, auf den Personenverkehr bezogene Fahrplanauskunftssystem etablierte sich im Laufe der Projektzeit und wurde von den Nutzern sehr gut angenommen. Insbesondere der Zugang zum System EFA als Pre-Trip-Informationssystem (über Internet und Online-Dienste) und an vielen verkehrsrelevanten Punkten (an Bahnhöfen und Flughäfen) sowie die Integration mit anderen Teilsystemen wie der Parkplatzauskunft trägt zur breiten Nutzung bei.

Nicht alle im Projekt entwickelten und erprobten Systeme konnten gleichermaßen erfolgreich in einen Echtbetrieb übernommen werden: der PTA war in der entwickelten Form nicht als erfolgreicher Dienst zu etablieren, da die Qualität der Daten und die Möglichkeiten einer umfassenden Bereitstellung für diese Zwecke (noch) nicht ausreichend genug war. Dieser Aspekt gilt derzeit noch generell als Manko beim Aufbau von – auch kommerziell – tragfähigen Mehrwertdiensten.

Alle Teilsysteme – abgesehen vom PTA als System zur Informationsbereitstellung – werden weitergeführt. Die Form der Fortführung ist dabei unterschiedlich: entweder sind sie in andere Projekte wie Mobinet (lokale Verkehrinformationszentralen) oder die Initiative Mobilität 21 aufgenommen worden, oder sie werden in eigenständiger Form (Baustellenmanagement, Verkehrsinfozentrale Bayern) fortgeführt.

Das intermodale Fahrplanauskunftssystem EFA soll in einem Nachfolgeprojekt zu einem vollständig verkehrsmittelübergreifenden Informationssystem ausgebaut werden. Dieses soll ein Referenzsystem für intermodale Informationen werden und sämtliche verkehrsrelevanten Daten zusammenführen.

Da das Projekt ein Forschungsvorhaben war, konnten einige Aspekte besonders betrachtet werden: so konnten die Schwachstellen herausgearbeitet und spezifiziert werden, die bisher negativen Einfluss auf die gezielte Informationsverdichtung und -bereitstellung hatten, wie die Qualität der Daten unterschiedlicher Quellen, die fehlende Kompatibilität der Daten innerhalb intermodaler Verkehrsketten oder die fehlende Nutzung spezifischer Datenbanken und Datenmodelle für die Aufbereitung der verkehrsrelevanten Daten. Die Relevanz eines Referenzierungssystem mit geografischen Bezug als Fundament einer Verkehrsinformationszentrale wurde frühzeitig aufgezeigt und mit entsprechend hoher Priorität umgesetzt. Allein für den reibungslosen Austausch von Informationen zwischen „nur“ drei Informationszentralen war ein hoher Abstimmungsaufwand notwendig, der ohne eine bezüglich der verschiedenen Aspekte der Verkehrsdatenbereitstellung optimiertes einheitliches Referenzierungssystem nicht möglich wäre.

Neben der technischen Betrachtung des Realisierten wurde auch ein wesentlicher Wert auf die Bewertung des volkswirtschaftlichen Nutzens gelegt. Von Interesse war insbesondere, ob das individuelle Verhalten der Verkehrsteilnehmer durch die Nutzung von gezielten Verkehrs­informationen beeinflusst werden kann und welche verkehrlichen Wirkungen mit Änderungen im Verkehrsverhalten erreicht werden.

Auf Grund der Ergebnisse der verkehrlichen Wirkungsermittlung zeigt sich, dass von einem umfassenden vollfunktionsfähigen Informationsdienst für Bayern (Idealszenario) ein erheblicher volkswirtschaftlicher Nutzen ausgeht. Die Summe der monetarisierten volkswirtschaftlichen Nutzen beträgt in dieser Betrachtung

701 Millionen €/a  (r 1,372 Milliarden  DM/a)

Basierend auf dieser Bewertung können künftig einzuführende Informationssysteme je nach verkehrpolitischer oder kommerzieller Zielsetzung wesentlich genauer gestaltet und die Markteinführung geplant werden.

 

Projekte

Projekte nach Anwendungen
neuartige Logistikkonzepte
E-Business
Tracking & Tracing
Supply Chain Management
Übergeordnete Beispiele

Projekte A-Z

Ergebnisse

Flyer mit der Zusammenfassung der Ergebnisse (959 kByte)

Begriffserklärung

Technik A-Z
Logistik A-Z

 

 

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