Automatische Fahrzeugerkennung (Automatic Vehicle Identification /
AVI) im Schienenverkehr
Projektdaten
| Name: |
automatische Fahrzeugerkennung (Automatic Vehicle Identification
/ AVI) im Schienenverkehr bei New Zealand Rail mit dem Eureka-Tag-System
zur automatischen Lok- und Waggonidentifkation |
| Beteiligte: |
New Zealand Rail (NL), Avonwood Developments Ltd. (GB) |
| Projektvolumen: |
k.A. |
| Projektlaufzeit: |
1999 – 2002 |
| Projektstatus: |
abgeschlossen und im Wirkbetrieb |
| Projekthomepage: |
http://www.avonwood.com/casenzr.htm
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Ziele
Das Ziel des Projektes für New Zealand Rail (NZ Rail) war der Aufbau
eines Flotten- und Frachtmanagementsystem, bei dem die einzelnen Einheiten
(Lokomotiven und Wagen) zur Informationserfassung automatisiert und
während der Fahrt identifiziert und gewogen werden können. Durch den
Einsatz eines automatischen Tag-Systems (ein Tag entspricht einem Transponder
– in der Regel größerer, robuster Bauart und aktiver Sendeeinheit) mit
festinstallierten Lesestationen sollte der gesamte Informationsfluss
im schienengebundenen Güterverkehr (automatisierte Ablaufüberwachung,
Soll-Ist-Abgleich mit den elektronischen Frachtbriefen, Kontrolle über
Inbewegungswaagen) unterstützt werden.
Umsetzung
Die Kernbestandteile des Systems sind die Automatische Fahrzeugerkennung
(AVI / Automatic Vehicle Identification) und die damit gekoppelte Waagentechnik
(CIMW / Coupled in Motion Weighing). Für das AVI-System wurden ungefähr
10.000 Lokomotiven, Wagons und NZ-Rail-Container mit den sogenannten
Eureka 811 Tags ausgestattet. Durch die Tags sind die Einheiten mit
einer eindeutigen Nummer versehen und eindeutig identifizierbar.
NZ Rail benutzt weiterhin ihre Software Amicus, um die Frachtbriefe
zu erzeugen, und verwendet auch weiter die vertriebsbezogenen Funktionen
von Amicus. Durch die Erweiterung mit dem AVI-System können nun Angebot
und Nachfrage an Wagonkapazitäten wesentlich besser miteinander abgeglichen
werden:
Sobald ein Wagen oder Container vollständig beladen ist, erzeugt Amicus
den Frachtbrief für diese Sendung. Das System durchsucht dann die Liste
der geplanten Züge und deren Zeiten, um den beste Fahrtroute für den
Wagon bzw. Container zu finden. Nachdem die jeweilige Sendung einem
bestimmten Zug zugeordnet worden ist, werden vom System Zuglisten mit
den Ladungen, Wagons und Zielen erstellt und dem Personal im Rangierbahnhof
übermitteln. Wenn die Zug zusammengestellt ist, wird dem Zugführer ein
Arbeitsauftrag mitgegeben. Sobald der Zug ein das Gelände verlässt,
liest der AVI-Reader die Tags auf jedem der Wagons und schickt eine
Meldung zum System Amicus, um zu prüfen, ob die Zugzusammenstellung
mit dem Arbeitsauftrag übereinstimmt. Gleichzeitig werden die Wagons
gewogen, um sie auf Abweichungen bei der Beladung hin zu überprüfen.
Die beiden Datensätze werden dann vor dem Zug zum nächsten Haltepunkt
geschickt, so dass die Kunden über die Ankunft benachrichtigt und das
Personal zum entladen bereitgestellt werden können.
Das AVI-System basiert auf dem Eureka 811 High Speed Tagging System,
die Tag-Lesestellen sind an den Eingängen und an den Ausgängen aller
Rangierbahnhöfe (Dunedin, Middleton, Picton, Hastings, Mt. Maunganui,
New Plymouth and Auckland) installiert. Die an den mobilen Einheiten
angebrachten Tags können bei einer Geschwindigkeit von bis zu 110km/h
gelesen werden, die Geschwindigkeit über den elektronischen Wiegebrücken
der Firma Railweight ist auf 70km/h, einen für die Tags unkritischen
Wert, begrenzt. Bei den eingesetzten Tags handelt es sich um Schreib-Lese-Tags
mit einer Speicherkapazität von 115 alphanumerischen Zeichen; die gesicherte
Übertragungsrate (Lesen) bei 110km/h beträgt 26 Zeichen. Das System
arbeitet bei der Kommunikation im Niederfrequenzbereich (132kHz / 66kHz);
diese Frequenz durchdringt alle nichtleitenden Materialien und funktioniert
um Metalle herum. Damit wird die Funktionstüchtigkeit des Systems nicht
durch Bremsestaub, Öl, Schotter, Schmutz, Wasser und Eis beeinträchtigt.
Durch die Verwendung der niedrigen Frequenzbereiche können die Leseantennen
flexibel gestaltet werden.
Mit der Fähigkeit, das Antennenfeld genau festzulegen, das nah gewährt,
die an der großen Geschwindigkeit zu lesenden Transponder in Position.
Die Antennen sind auf Betonsockeln an der Spurseite installiert, um
sowohl die Container- als auch die Wagon-Tags lesen zu können. Wegen
der Eigenschaften des Niederfrequenzsystems arbeitet das System auch
in Multispursituationen (Weichen, parallele Strecken etc.) fehlerfrei.
Ergebnisse
Durch die Einführung und den Einsatz des Tag-Systems könnten verschiedene
Abläufe bei der New Zealand Rail gestrafft und vereinfacht werden: das
System ermöglicht die automatische Erfassung aller Informationen über
die Zugbildung und das Gewicht der Wagen und des Zuges insgesamt. Dadurch
wird der direkte Abgleich mit der Planung und das schnelle Aufdecken
von Abweichungen zu den Frachtbriefen möglich. Ferner erfolgt eine automatische
Zustandüberwachung der einzelnen Waggons, so dass Fehl- oder Überladungen
vermieden werden können.
Insgesamt versetzt das eingeführte System die New Zealand Rail in die
Lage, die gesamte Schienenflotte in Echtzeit zu managen.
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