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Intermodale Transportkette für den Papiertransport

Projektdaten

Name: Baseport-System (Stora Enso)
Beteiligte: Stora Enso (SWE), SJ Green Cargo AB (SWE), u.a.
Projektvolumen: k.A.
Projektlaufzeit: k.A.
Projektstatus: im Wirkbetrieb
Projekthomepage: -

Ziele

Das Baseport-System des schwedisch-finnischen Papierherstellers Stora Enso wurde geschaffen, um den Transport von Papierrollen von den schwedischen Produktionsstätten des Konzerns zu den Absatzmärkten nach Kontinentaleuropa effizienter zu gestalten.

In einer Grobbetrachtung kann die Transportkette wie folgt dargestellt werden:

·          Bahntransport in Ganzzügen von den Papierfabriken in Schweden zum Hafen Göteborg

·          RoRo-Seeschiffstransport Göteborg (S) – Zeebrugge (B)

Weitertransport per Bahn im kontinentaleuropäischen Wagenladungsverkehr, alternativ per Lkw oder Binnenschiff.

Umsetzung

Wesentliches Merkmal der Transportlösung ist die Verwendung übergroßer Container für den Bahntransport in Schweden und den anschließenden Schiffstransport. Die Container wurden speziell für diesen Verkehr entwickelt. Durch die Entwicklung eines bimodalen Ladebehälters für den Schiene-Schiff-Verkehr entfällt ein separates Handling der Papierrollen im schwedischen Hafen, wodurch Ladegutbeschädigungen vorgebeugt wird.

Da die Container nicht für den Transport auf der Straße vorgesehen sind, konnten sie hinsichtlich Gewicht, Breite und Höhe für den kombinierten Verkehr Schiene-Seeschiff optimiert werden. Hierbei kam zugute, dass in Schweden z.Z. bei der Eisenbahn die Einführung eines neuen breiteren und höheren Ladeprofils erfolgt, das dasjenige der übrigen europäischen Bahnen bei weitem überschreitet. Die Breite des Ladeprofils beträgt 3,6m,  die Höhe 4,8m,  eine Begrenzung in den oberen Ecken gibt es nicht. Außerdem wird sukzessive die zulässige Radsatzlast in Schweden von 22,5 auf 25,0t angehoben. Mittelfristig ist eine weitere Erhöhung der Radsatzlasten denkbar.

Diese Rahmenbedingungen ermöglichten es, einen Container (SECU = Stora Enso Cargo Unit) zu konstruieren, der 13,8m lang, 3,6m breit und 3,7m hoch ist und es erlaubt, verschiedene Papierrollenkombinationen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 80t zu laden.

Die Papierrollen werden nach vollständigem Ausbau des Frachtsystems direkt in den Fabriken in die Container verladen und verbleiben in diesen bis zur Ankunft in Zeebrugge. Dort wird die Ladung in kontinentaleuropäische Güterwagen umgeschlagen.

Die Beladung der Container in den Fabriken kann manuell (Trucks mit Klemmgreifer) oder automatisch erfolgen. Für die automatische Beladung werden mit Vakuumgreifern ausgerüstete ReelPick-Portalroboter der Firma Cimcorp eingesetzt, die einen schonenden Umgang mit dem Ladegut gewährleisten.

Die beladenen Container werden dann ihrerseits mittels einer speziellen Verladeanlage in den Fabriken auf vierachsige Drehgestellgüterwagen mit einer Radsatzlast von 25t verladen (ein Container je Wagen). Eine entsprechende Umschlaganlage befindet sich auch im Göteborger Hafen. Ein Beladevorgang dauert ca. 15 min.

Sechs Papierfabriken sind an das System angeschlossen: Kvarnsveden, Grycksbo, Fors, Gruvön, Skoghall und Hylte. Die Wagengruppen der ersten drei werden in Borlänge zu einem Ganzzug zusammengestellt, während Gruvön und Skoghall gemeinsam einen weiteren Zug bilden. Hylte wird mit einem eigenen Ganzzugpaar bedient. Täglich verkehren damit drei SECU-Zugpaare zwischen den Fabriken und dem Göteborger Hafen. Insgesamt zirkulieren im gesamten System ca. 900 SECU und 170 Tragwagen. Die Züge werden von Green Cargo (ehem. SJ Cargo Group) gefahren.

Sämtliche Papierfabriken verfügen über Gleisanschluss; in einem Fall wird dieser durch Wiederinbetriebnahme einer stillgelegten Eisenbahnstrecke z.Z. wiederhergestellt.

Für den Seeweg stehen 3 RoRo-Schiffe zu Verfügung, die tägliche Abfahrten in beiden Richtungen gewährleisten und damit für einen regelmäßigen Güterfluss sorgen.

Sämtliche SECU und alle Wagen sind mit Datentags der Firma Baumer Ident versehen, die auf Mikrowellenbasis arbeiten. Die Datentags können auf bis zu 4m Entfernung gelesen werden und sind auf die strengen Umweltanforderungen (Temperatur, Feuchtigkeit) ausgelegt. Die einzelnen Papierrollen werden mit Strichcodes identifiziert. Bei manueller Beladung werden truckmontierte Strichcodeleser eingesetzt. In einem übergeordneten Rechnersystem werden die Ladegutdaten mit den SECU-Daten verknüpft. Die Daten stehen online zur Verfügung und erlauben damit eine zuverlässige Verfolgung des Ladegutes, der Ladebehälter und der Güterwagen.

Ergebnisse

Vor Einführung des Baseport-Systems wurden die Papierrollen in konventionellen Schiebewandwagen transportiert. Mit Einführung des neuen Systems wurde das Zuggewicht von 900t auf 2700t erhöht, während die Zuglänge – dank einer effizienteren Längenausnutzung (breitere Container) – nur von ca. 400m auf ca. 600m zunahm.

Nach offiziellen Berechnungen ist die Wirtschaftlichkeit für die Investition in das System im Fahrzeug nach etwa zwei Jahren gegeben.

Durch die Ausstattung der SECU und der Wagen mit den Datentags und der Barcode-Identifizierung der einzelnen Papierrollen ist ein durchgängiges Track & Tracing des Güterflusses möglich. Informationen zum Verbleib oder Zustand der Container und der Ladung können jederzeit abgerufen werden.

 

 

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