Preisträger der 1. Auschreibung des bm:vit "eBusiness in der Logistik"

Ein Projekt der Forschungsgesellschaft Mobilität Graz und Partnern.

Tracking & Tracing RFID Ortung GPS GSM GPRS Ausgangsseite dritte aktualisierte Version 7/2003  Kontakt Mobilitätstelematik On Board Unit E-Business Supply chain
Technologien
Identifikation
Barcode, Funk, Infrarot


Drahtlose Kommunikation
Infrarot, Funk, lizenzfrei


Bedienerschnittstellen
Spracherkennung, Displays Fahrzeugendgeräte


Ortung
GPS, Assisted GPS, GSM


Systemanbieter
Identifikation
drahtlose Kommunikation
Bedienerschnittstellen
Ortung/Lokalisierung
E-Business
Anbieter A-Z
English/Francais:
suche nach

NITI

Projektdaten

Name: NITI: IuK-Techniken im Fahrzeug zur Verkehrsbeeinflussung
Beteiligte: U.S. Department Of Transportation (DOT) / DOT ITS Joint Program Office, FHWA Federal Highway Administration (FHWA), Federal Railroad Administration (FRA), Federal Transit Administration (FTA)
Projektvolumen: 135 Millionen $
Projektlaufzeit: Januar 1996 bis 2005 (1. Stufe bis 1999)
Projektstatus: erste Stufe abgeschlossen, erste Bewertungen liegen vor
Projekthomepage: http://scitech.dot.gov/partech/natint/nationalint.html

Ziele

Das System Straße ist, insbesondere im städtischen Raum, von einer zunehmenden Belastung betroffen. Dies gilt auch für die USA mit ihrer recht gut ausgebauten Straßeninfrastruktur. Die Folge sind Staukosten, deren negativer volkswirtschaftlicher Einfluss erheblich ist. Generell belastet die eingeschränkte Mobilität sowohl im privaten als auch im öffentlichen Verkehr und Transport die Produktivität und führt zu erhöhtem Energieverbrauch und Emissionsausstoß bezogen auf den Transportkilometer.

Mit dem Programm „National Intelligent Transportation Infrastructure (NITI)” soll ein gesamtheitliches „System“ geschaffen werden, dass alle notwendigen Bestandteile aus den Bereichen Elektronik, Kommunikationssysteme und Software integriert, die zum Aufbau von (Mehrwert-)Diensten und Produkten für ein Intelligentes Transport System (Intelligent Transportation System – ITS) erforderlich sind. Mit NITI soll aber keine Sammlung bestehender Technologien geschaffen werden, sondern eine Zusammenführung stattfinden, in der alle Einzelsysteme aufgabenbezogen miteinander arbeiten und kommunizieren. Das aufzubauende, übergeordnete Verkehrs- und Transportsteuerungssystem soll dabei durch die Integration verschiedener Transport- und Managementinformationssysteme intermodale und rechtliche „Grenzen“ überwinden helfen.

Mit NITI sollen vor allem drei Hauptgruppen, die verschiedene Typen von Benutzergruppen darstellen, angesprochen werden: Reisende in Ballungsräumen, Frachtunternehmen und Reisende in ländlichen Gebieten. Durch die Verschiedenartigkeit der Zielgruppen hinsichtlich der Art des Verkehrs (Personen / Güter) und der durch den räumlichen Bezug gegebenen Rahmenbedingungen soll ein repräsentativer Querschnitt für die in NITI realisierten Teilsysteme geschaffen werden. Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den staatlichen Stellen und privatwirtschaftlicher Industrie sollen sowohl volks- als auch betriebs­wirtschaftliche Anforderungen und Bedürfnisse in dem Projekt NITI erfüllt werden.

Umsetzung

Die Kernpunkte bei der Umsetzung des Gesamtprojektes waren folgende Ansätze und Strategien: Die Wirkung der integrierten regionalen Reisemanagement- und Reiseinformationssysteme soll exemplarisch, d. h. als Anschauungslösung, für vier Städte erprobt und dargestellt werden: Seattle, Phoenix, San Antonio und New York City.

In ähnlicher Weise sollen sieben Anschauungsprojekte im Bereich des Güterverkehrs geschaffen werden: in Kalifornien, in Kolorado, in Connecticut, in Kentucky, in Michigan, in Minnesota und in Washington/Oregon. Die einzelnen ITS-Projekte werden vom zentralen Gremium durch Unterstützung bei der Projektplanung, bei der Beschaffung von Technologie und finanziell gefördert. Standards – als wesentlicher Bestandteil für Interoperabilität und Integration –, die im Rahmen des Projektes aufgebracht werden, werden – unter Beachtung des Aspektes, dass sie staatenübergreifend gültig sein müssen – beschleunigt verabschiedet (50 Standards allein im Jahr 1996).

Im Bereich der Unterstützung von Reisenden in Ballungsräumen soll eine sogenannte „Metropolitan Intelligent Transport Infrastructure“ aufgebaut werden, die die bestehenden bzw. parallel im Aufbau befindlichen Systeme zur Verkehrssteuerung, zur Information von Reisenden und für den ÖPNV integriert. Das Teilprojekt „Metropolitan Intelligent Transport Infrastructure“ fokussierte sich auf neun Technologieanwendungen, die umgesetzt wurden und werden. Dies sind im Wesentlichen:

Verkehrszeichensteuersysteme, die das aktuelle Verkehrsaufkommen auf der Straße überwachen und in Abhängigkeit davon automatisch die Signalzeit anpassen, um Verkehrsstrom zu optimieren und im Fluss zu halten. Autobahnmanagementsysteme steuern den Zufluss auf die Autobahnen und erfassen und liefern Informationen zur Verkehrsdichte und zu Störungen. Ereignismanagementprogramme erfassen sämtliche verkehrsrelevanten Ereignisse wie Unfälle und leiten die Informationen zielgerichtet an die entsprechenden Stellen weiter. Durch die Einführung Elektronischer Abgabeerfassungssysteme sollen Abgaben (Straßenmaut) künftig bequem und zuverlässig und ohne Eingriff in den Straßenverkehr abgebucht werden können. Elektronische Systeme zur Preiserhebung sollen im Rahmen von NITI vereinheitlicht werden: Parkgeld, Fahrpreise für Busse und Bahnen und sonstige verkehrsbezogenen Gebühren sollen in den Ballungsräumen künftig mit einer einzigen Smart Card erhoben werden können. Im Bereich des innerstädtischen Bahnverkehrs werden die Triebwagen mit Systemen ausgestattet, die Bahnübergänge, Signale und andere Züge im Umfeld überwachen und den Zugführer im Gefahrenfall frühzeitig warnen. Die letzte Anwendung in diesem Kontext sind regionale, multimodale Reisendeninformationssysteme, die in Echtzeit Informationen für Reisende, Geschäftsreisende und den Güterverkehr zusammentragen und über verschiedene Medien zur Verfügung stellen.

Der Gegenstand des zweiten Teil-Hauptprojektes (“Commercial Vehicle Information Systems and Networks“ (CVISN)) ist die Integration von bestehenden, häufig unvereinbaren Informationssystemen und Datenbanken, wie z. B. überordneten (Buchungs-)Systemen zur Abwicklung von Fahrten im Güterverkehr oder Systemen zur elektronischen Anbahnung und Abwicklung von Geschäften (Elektronische Marktplätze, Frachtenbörsen). So sollen durch die Integration der Systeme „unsichere“ Transporte, die beispielsweise gefährliche Güter transportieren, frühzeitig und automatisch identifiziert werden können, so dass der identifizierte Transporte durch mehrere amerikanische Staaten laufen können, ohne dass immer wieder administrative oder Sicherheitskontrollen notwendig sind und Unfälle mit Gefahrgut rechtzeitig erkannt werden. Durch den Zusammenschluss von Systemen über CVISN wird der Zeitaufwand und die Schreibarbeit verringert, die an der Schnittstelle zwischen staatlichen Stellen und Logistik- und Transportunternehmen mit der Ausstellung von Bescheinigungen sowie dem Durchführen von Sicherheitskontrollen und anderen regelnden Maßnahmen entstehen. An die Stelle der papiergebundenen Bescheinigungen treten Elektronische Bescheinigungen, die einmalig beantragt und erworben werden und dann für alle 50 amerikanischen Staaten gültig sind. Damit wird die Effizienz der Abwicklung sowohl bei den staatlichen Stellen als auch bei den Logistik- und Transportunternehmen gesteigert.

In der Umsetzung ist ein elektronisches Clearing-System, dass an Überwachungsstellen entlang der Autobahnen und an Grenzen eingesetzt werden soll und während der Fahrt die fahrzeug- und transportbezogenen Informationen von Fahrzeugen, die diese Daten auf einem Transponder mit sich führen, ausliest und zu überprüft. Als längerfristige Realisierung sollen die Fahrzeuge mit Bordcomputern ausgestattet werden, die – als ein geschlossenes System – den Fahrer, das Fahrzeug und seine Funktionstüchtigkeit und die Ladung überwachen und bei gefährlichen Situationen den Fahrer selbst, das Transportunternehmen und eventuell zuständige Behörden informieren.

Der Bereich der Unterstützung von Reisenden in ländlichen Gebieten wird durch die sogenannte „Rural ITS Infrastructure“ angegangen. Die Aufgaben liegen hier schwerpunktmäßig in der Erhöhung der Sicherheit auf Landstraßen und in der Stärkung des öffentlichen Personenverkehrs in ländlichen Gebieten durch entsprechende Systeme. Ein Ansatz zur Erhöhung der Sicherheit, der implementiert wurde, sind Notrufsysteme, die die Krankenwagen und Hilfsfahrzeuge zielgenau zur Unfallstelle lenken. Bezüglich des ÖPNV wurde ein System realisiert, dass die freie Anforderung und die Lokalisierung von Bussen für die Nutzer ermöglicht. Damit konnten einerseits die Akzeptanz der Nutzer gesteigert werden und andererseits die Auslastung erhöht und die Busse effizienter eingesetzt werden. Generell zeigte sich eine direkte Anhängigkeit zwischen dem verbesserten Zugriff auf Informationen zum öffentlichen Personenverkehr und einer verbesserten Mobilität der Bewohner in landwirtschaftlichen Gebieten und der Touristen, die in ländliche Gebiete reisen.

Es werden derzeit folgende Anwendungen zur Förderung von öffentlichen Personenverkehr in ländlichen Gebieten umgesetzt:

Frühwarnsicherheitssysteme alarmieren die Fahrer der öffentlichen Verkehrsmittel automatisch über Gefahren und Wetterverhältnisse auf ihrem Fahrweg. Notfallüberwachungssysteme benachrichtigen automatisch Krankenwagen, Polizei oder Feuerwehr über Zusammenstöße und andere Notfälle. Tourismus- und Reiseinformationsdienste liefern Hilfestellung bei der Weg- und Adressensuche. Sogenannte Mobilitätsdienste werden zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Verkehrssysteme und der Erreichbarkeit in den ländlichen Gebieten aufgebaut. Infrastrukturmanagementsysteme zur effektiven Instandhaltung von Landstraßen werden ebenfalls aufgebaut. Spezielle

Fuhrparkmanagementsysteme für den öffentlichen Verkehrträger in ländlichen Räumen mit Funktionen wie Fahrplangestaltung, Routenplanung und Instandhaltung werden entwickelt, um solche Flotten leistungsfähiger nutzen zu können.

Ergebnisse

Eine abschließende Beurteilung des Projektes NITI ist auf Grund der Laufzeit und der Komplexität der einzelnen Teilsysteme nicht möglich. Allerdings wird NITI viele interessante Erfahrungen bezüglich der Verbindung staatlicher und privatwirtschaftlicher Systeme und damit staatlicher und privatwirtschaftlicher Interessen hervorbringen und Schwachstellen aufzeigen, da diese Zusammenarbeit einer der wichtigen Wesenzüge des Projektes ist. Im Gegensatz zum „Schwesterprojekt“ Intelligent Vehicle Infrastructure (IVI), bei dem fahrzeugbasierte Anwendungen im Vordergrund stehen, und das zu gleichen Teilen von privater Industrie und staatlichen Stellen getragen wird, steht bei NITI allerdings die staatliche Seite als Träger im Vordergrund.

Mit der 1998 verabschiedeten “Transportation Equity Act for the 21st Century” (TEA-21) besitzen die USA eine rechtsverbindliche Grundlage für die Einrichtung von Telematiksystemen und –diensten, die staatenübergreifend gültig ist.    

Im Einzelnen wurden mit den umgesetzten Systemen und Diensten folgende Ziele (Stand 2000, bezogen auf Daten von 1996) erreicht:

  • Die durchschnittliche Zeitverzögerung durch Staus etc. pro 1.000 (auf der Straße) gefahrenen Meilen wurde um 12 Minuten auf 9 Stunden gesenkt

  • Die Zahl der Todesfälle pro 100 Millionen gefahrenen Meilen sank von 1,7 auf 1,6

  • Die Zahl der Verletzten pro 100 Millionen gefahrenen Meilen sank von 141 auf 128

  • Reduzierung der Unfälle im schienengebundenen Verkehr von geschätzten 4 pro 1 Million Zug-Meilen (Bezugspunkt 1995) auf 3,32

  • Die Zahl der Todesfälle ging um 1,54 pro 1 Million gefahrener Zug-Meilen zurück

  • Die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen pro 1 Million gefahrener Zug-Meilen sank von 2,85 (Bezugspunkt 1995) auf 2,28

Projekte

Projekte nach Anwendungen
neuartige Logistikkonzepte
E-Business
Tracking & Tracing
Supply Chain Management
Übergeordnete Beispiele

Projekte A-Z

Ergebnisse

Flyer mit der Zusammenfassung der Ergebnisse (959 kByte)

Begriffserklärung

Technik A-Z
Logistik A-Z

 

 

Neues zum Thema Koordinierte Regionallogistik finden Sie unter http://www.regionallogistik.info