TROMB
Projektdaten
| Name: |
TROMB |
| Beteiligte: |
VSV Frakt
AB (SWE) |
| Projektvolumen: |
k.A. |
| Projektlaufzeit: |
1999 – 2002 |
| Projektstatus: |
noch nicht abgeschlossen, System ist aber im Wirkbetrieb |
| Projekthomepage: |
http://www.vsv.se
|
Ziele
VSV Frakt AB ist ein Zusammenschluss unabhängiger
Transportunternehmen der Holz- insbesondere der Bauholzbranche, der seit
gut 30 Jahren besteht. Die Zielsetzung des Zusammenschlusses war die
Koordination von Transporten gleicher Art innerhalb eines großen
geographischen Gebietes, um so die Effizienz und Auslastung zu steigern
und sich als ein einzelner, geschlossener Wirtschaftspartner zu präsentieren.
Dies bedeutet im Einzelnen 173 angeschlossene Transport- und sonstige
Unternehmen und staatliche Organisationen zusammenzuführen sowie ca.
500 Fahrer und Holzarbeiter zu koordinieren.
Durch
die Einführung von TROMB sollte vor allem die Effizienz des Einsatzes
der Holztransportfahrzeuge gesteigert werden.
Umsetzung
Um diese Zielsetzungen effizienter verfolgen zu können,
wurde ein technisches System namens TROMB („Transport och mobil
beordring“ / Transport und mobile Anweisungen) entwickelt. Die
wesentlichen Bestandteile des Systems TROMB sind ein Geographisches
Informationssystem (GIS) als zentrale Basis, GPS als Ortungskomponente,
eine E-Mail-Funktion – auch vom Fahrzeug aus – und ein
Notfall-Alarm. Im Einzelnen besitzen mobilen Einheiten eine Ausrüstung,
die aus einem Bordcomputer, einer Tastatur, einer Maus, einem
Bildschirm, einem GPS-Empfänger, einer Kommunikationseinheit (für
Mobitex und DARC (Datenradio Kanal)-Kommunikation) und einem Alarmknopf
besteht.
Die Ausstattung eines Fahrzeugs kostet alles in
allem über 5.000 €, da das On-Board-System sehr hohen
Beanspruchungen hinsichtlich der Temperatur, Vibrationen, Stößen und
Staub standhalten muss. Das System ist aber technisch offen für weitere
Nutzungen und Anwendungen: über die Sensoren können Informationen zum
Kraftstoffverbrauch, zur Motortemperatur oder zu den Wartungsintervallen
abgerufen und in der Zentrale verarbeitet werden.
Derzeit ist etwa ein Viertel der 150 zu VSV gehörenden
Fahrzeuge mit dem System ausgestattet.
Das auf diesen technischen Komponenten basierende
Softwaresystem umfasst das folgende funktionale Leistungsspektrum:
Planung der Transporte (Kapazitäten, Bereitstellung, Fahrzeuge),
Routenplanung (Festlegung der Transportreihenfolgen), direkter,
genormter Nachrichtenaustausch zwischen Zentrale und Lkw sowie Zielführung
und Lenkung von Rettungsfahrzeugen im Fall eines Unfalls.
Durch die Einführung von TROMB wurde gleichzeitig
die Einführung und Umsetzung eines Umweltmanagementsystems unterstützt,
da wichtige Daten jetzt erfasst werden konnten.
Des
Weiteren ist TROMB an das Clearing System der Firma SDC angeschlossen,
die eigens zu diesem Zweck von den Verbänden der schwedischen Holzkäufer
und -verkäufer gegründet wurde. Über die Clearingstelle werden alle
Aufträge und Rechnungen innerhalb des schwedischen Holzhandels
abgewickelt und die Daten direkt in die entsprechenden Buchhaltungs- und
sonstigen Verarbeitungssysteme übernommen. Über TROMB können aktuelle
Daten zu den abzurechnenden Lademetern oder –gewichten eingeholt
werden.
Ergebnisse
Die Einführung von TROMB hatte positive
Auswirkungen in doppelter Hinsicht: zum Einen „im Kleinen“, d. h.
das Arbeitsumfeld und die Arbeitsbedingungen jedes einzelnen Fahrer
wurden verbessert, und zum Anderen in der Festigung und Unterstützung
der Zusammenarbeit zwischen den Fahrern und der Disposition im Rahmen
einer derartigen Kooperation.
Dem Fahrer wird das Auffinden der jeweiligen
Holzverladestelle durch die Zielführung über das Display des
Bordcomputers deutlich erleichtert. Dies gilt sowohl generell, da die
Lage solcher Verladestellen nicht so klar umrissen ist wie im
vergleichsweise geordneten städtischen Umfeld, als auch im Allgemeinen,
da durch die Weiträumigkeit des Gebietes und die möglichst optimale
Zuordnung der Fahrer diese immer wieder in Regionen arbeiten müssen, in
denen sie sich nicht auskennen. Außerdem ist die Sicherheit des
Fahrers, der häufig bei Nacht und in einsamen Gegenden arbeitet,
dadurch, dass sein Standort bekannt ist und er jederzeit Hilfe anfordern
kann, verbessert worden.
Die Koordination der Aufgaben vom Auftragseingang
an bis zur Durchführung der Verkehre ist durch die Einführung von
TROMB wesentlich objektiver und nachvollziehbarer möglich. Damit wird
auch die Abstimmung der Aufgaben im Unternehmensverbund wesentlich
verbessert und die Positionierung als ein Verhandlungspartner gegenüber
Dritten gestärkt.
Konkret war die Einführung von TROMB sowohl mit
Vorteilen für VSV verbunden als auch mit positiven Aspekten für die
Umwelt:
-
Durch den vereinfachten Informationsaustausch
zwischen Dispositionszentrale und den mobilen Einheiten können die
Holztransportfahrzeuge jetzt in größeren geographischen Gebieten
operieren und sind prinzipiell rund um die Uhr einsetzbar.
Insbesondere konnte die Anzahl von Rückfrachten und damit der
Auslastungsgrad der Fahrzeuge deutlich erhöht werden.
-
Durch
den verbesserten Auslastungsgrad der Transporte konnten bei VSV die
administrativen und Kommunikationskosten gesenkt werden. Das
Personal kann jetzt von lästigen, alltäglichen administrativen
Aufgaben entbunden und gezielt für andere, wichtigere Aufgaben
eingesetzt werden. Die Kommunikationskosten konnten auf Grund der
vermehrten Nutzung von E-Mails über Mobitex und die Verringerung
der Anzahl von Telefonanrufen reduziert werden.
-
Der
Schadstoffausstoß konnte bezogen auf die Transporte für einen der
größten Kunden von VSV von 1998 bis 1999 bei steigender
Transportleistung gesenkt werden. Basierend auf der jährlichen
Messung, die bei allen Holztransportfahrzeugen durchgeführt wird,
wird erwartet, dass durch die Einführung von TROMB der Ausstoß von
CO2, NOX und anderen Partikeln zwischen 1998 und 2003 um 5% pro
transportierter Tonne Holz verringert wird.
Nach offiziellen Berechnungen ist der Return on
Investment für das System im Fahrzeug nach etwa zwei Jahren erreicht.
Da VSV ein Verbund ist, müssen nicht alle zwangsläufig das System in
ihren Fahrzeugen einführen. Daher bleibt abzuwarten, ob eine
hundertprozentige Abdeckung erreicht wird.
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