Preisträger der 1. Auschreibung des bm:vit "eBusiness in der Logistik"

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Schwedisches Postzugsystem

Projektdaten

Name: Schwedisches Postzugsystem
Beteiligte: Green Cargo (ehem. SJ Cargo Group), Schwedische Post (Posten AB) (SWE)
Projektvolumen: k.A.
Projektlaufzeit: Umsetzung der ersten Stufen in 2001
Projektstatus: zwei Umsetzungsstufen wurden erfolgreich durchgeführt, weitere Verlagerungen sind geplant
Projekthomepage: -

Ziele

Im Jahr 2001 wurde mit einer umfangreichen Reaktivierung des Postzugsystems in Schweden in Zusammenarbeit von Green Cargo (ehem. SJ Cargo Group) und der schwedischen Post (Posten AB) begonnen. Ein neues Postzugnetz sollte in zwei Etappen eingeführt werden.

Das Postzugnetz besteht aus drei Linien: Stockholm–Göteborg (456km), Stockholm–Sundsvall (413km) und Stockholm–Malmö (660km). Auf letzterer werden außerdem die Postterminals in Norrköping, Nässjö und Alvesta bedient. Damit sind sieben der 13 Sortierterminals der Schwedischen Post an das Netz angeschlossen. Mit Ausnahme vereinzelter Wochenendleistungen sollen sämtliche Züge im Nachtsprung verkehren.

Umsetzung

In einer ersten Etappe ab Februar 2001 wurde der Großteil der B-Post-Verkehre von der Straße auf die Schiene verlagert. In einer zweiten Etappe ab Juni 2001 wurden weitere knapp Lkw-Transporte durch Bahntransporte ersetzt und auch erstmals A-Post-Verkehre an Wochenenden auf der Schiene gefahren. Die meisten Postterminals verfügen über einen elektrifizierten Gleisanschluss, so dass eine Anbindung problemlos möglich war.

Voraussetzung für die Realisierung des neuen Konzeptes war die Anschaffung neuer Postwagen (Baureihe Gblss-y) mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160km/h, die durch Umbau altbrauchbarer Wagen entstanden. Die zweiachsigen Wagen wurden mit Powell-Duffryn-Laufwerken mit lateraler und vertikaler hydraulischer Dämpfung in Kombination mit Schraubenfedern ausgerüstet und erhielten einen geschlossenen Aufbau mit einer Schiebewandtür je Seite. Die Ladefläche ist 12,8m x 2,6m groß, die Lastgrenze liegt bei 22,4t bei 20t Radsatzlast und 160km/h. Die einzelnen Wagen sind mit GPS ausgerüstet.

Die Bremssteuerung erfolgt elektronisch und lastabhängig. Zur autarken Energieversorgung stehen Achsgeneratoren und Batterie zur Verfügung, was die Wagen unabhängig von externer Stromversorgung macht.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 340 Mio. Lkw-Kilometer/Jahr durch 134 Mio. Wagenkilomter/Jahr ersetzt. Ca. 80% der B-Post werden in Schweden heute mit dem Zug transportiert. In der ersten Etappe (ab Februar 2001) betrug das Verlagerungsvolumen ca. 251 Mio. Lkw-Kilometer/Jahr, in der zweiten Etappe (ab Juni 2001) wurden weitere knapp 90 Mio. Lkw-Kilometer/Jahr durch Bahntransporte ersetzt. Seitdem werden auch erstmals A-Post-Verkehre an Wochenenden auf der Schiene gefahren. Mittelfristig ist vorgesehen, den Schienenanteil auch bei der A-Post weiter zu erhöhen.

Der geforderte Pünktlichkeitsgrad, der mit dem neuen Postzugsystem erreicht wird, beträgt 96% (+16 Min.) und steigt innerhalb der kommenden fünf Jahre auf 97%.

Eine Ausweitung der Postverkehrs auf der Schiene erfordert eine weitere Verkürzung der Transportzeiten, um auch auf langen Distanzen mit dem Flugzeug konkurrieren zu können. Daher gibt es Pläne, die Züge mittelfristig mit Höchstgeschwindigkeiten von 200-250km/h einzusetzen, dazu müssten diese allerdings auf einem anderen Fahrzeugkonzept als dem obengenannten basieren.

Durch die Ausstattung der Wagen mit GPS ist eine durchgängige Verfolgung entlang der Transportkette möglich, die eine hohe Planungssicherheit bezüglich des Nachlaufs, d. h. der Verteilung der Poststücke, mit sich bringt.

 

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