Preisträger der 1. Auschreibung des bm:vit "eBusiness in der Logistik"

Ein Projekt der Forschungsgesellschaft Mobilität Graz und Partnern.

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TRACAR

Projektdaten

Name: TRACAR
Beteiligte:

TSS – Traffic Supervision Systems A/S (DK), TRI-MEX (N), Cable & Wireless (GB)
als Entwickler und technische Betreiber sowie u.a. Blue Water Shipping, Scan Shipping, Intercontainer / Interfrigo und Italcontainer als operative Anwender und Nutzer
Förderung durch die Europäische Kommission

Projektvolumen:

3.906.042 Euro

Projektlaufzeit:

Januar 1996 – Dezember 1999

Projektstatus:

beendet

Projekthomepage: http://www.tss-tag.com/TRACAR.htm
http://www.cordis.lu/telematics/tap_transport/research/projects/tracar.html

Ziele

Das Hauptziel des Projektes war es, ein System zur durchgängigen Verfolgung von gefrorenen Waren über eine intermodale Transportkette aufzubauen und zu betreiben. Dabei sollte die technische Realisierung unabhängig davon sein, ob im Hauptlauf der Kette ein Zug, ein Binnen- oder ein Seeschiff eingesetzt wird. Des Weiteren sollte das System unabhängig von der Branche des Versenders und von der Art der versendeten Güter einsetzbar sein. Zur Kennzeichnung der zu überwachenden Einheiten, d. h. der Ladungsträger, sollte eine Technologie zur Anwendung kommen, die nicht so hohe Kosten wie aktive Identifikationselemente (On-Board Units) bedingt, aber dennoch eine weiträumige Identifikation der Ladungseinheiten (anders als beim Einsatz von Barcodes) gewährleistet. Neben der reinen Ortung sollten über Sensoren verschiedene Stati (Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Vibrationen) erfasst und weiter geleitet werden.

Darüber hinaus war auf Grund der internationalen Beteiligten (einbezogene Länder waren DK, D, A und I) der länderübergreifende Zugriff auf das System zu ermöglichen.

Mit der Umsetzung sollte so wenig wie möglich in die bestehende straßen- und schienenseitige Infrastruktur eingegriffen werden und die existierenden Zug- und Ladungseinheiten verwendet werden.

Umsetzung

Technisches Kernelement des Systems ist die Ausstattung der Ladungsträger (hier eisenbahnverladbare Auflieger) mit dem aktiven Transponder (auch Tag genannt), der zum Zeit der Projektlaufzeit ca. 20 € kostete, zur Identifikation und der ziehenden Einheiten (Loks, LKW, Containerschiff) sowie Umschlagstellen (KV-Terminals) mit den Lesestationen für die Transponder. Auf die mobilen und stationären Lesestationen wird über das gewählte Kommunikationsnetz zugegriffen, im vorliegenden Projekt wurde GSM gewählt, grundsätzlich können aber auch andere Kommunikationssysteme wie Satellitenkommunikation verwendet werden. Die Kommunikation zwischen Transponder und Lesestation erfolgt im Kurzwellenbereich (short range radio frequency). Der Austausch der transportbezogenen Daten erfolgt per EDI unter Verwendung der EDIFACT-Standards. Für die Zusammenführung aller ablaufbezogenen Informationen wurde in Norwegen die Kontrollzentrale eingerichtet.

Weitere Ansatzpunkte, die im Projekt inhaltlich aufgegriffen wurden, waren die Nutzung des Systems im Rahmen eines Echtzeit-Transportleistungs- bzw. Frachtraumbuchungssystems und die generelle Verbesserung der Kommunikation der Beteiligten entlang der Transportkette.

Ergebnisse

Die technische Anforderung, eine durchgängige Verfolgung von Gütern, die in logistischen Einheiten wie Containern und über Logistikketten mit verschiedenen Verkehrsträgern versandt werden, zu gewährleisten, wurde erreicht. Jede Einheit sollte global mit einer von GPS bekannten Genauigkeit lokalisiert werden können, allerdings ohne dass jede Einheit einen GPS-fähigen Ortungsempfänger – in der Regel verbunden mit einem Telematik-Endgerät – mit sich führt. Auf der Grundlage der technischen Kombination von Tags und Lesestellen, die auf Kurzwellen-RF-ID basieren, und der Ausstattung der Lesestellen mit GPS wurde diese technische Anforderung erfüllt. Anders als bei vorherigen Nutzungen von Transpondern, war nicht der Ladungsträger der „Aktive“, d. h. derjenige, der die mit Transpondern bezeichnete Infrastruktur abfragt, sondern umgekehrt waren die Zugeinheiten und Infrastruktur „aktiv“ und die Ladungseinheiten „passiv“. Dies stellte eine technische Neuerung dar und verringerte Kosten, da das zahlreicher in der Transportkette genutzte Element, die Ladungsträger, mit dem günstigeren Transponder ausgestattet wurden.

Die Anschaffungskosten zur Ausstattung der Einheiten waren zum Ende des Projektes noch verhältnismäßig hoch, so dass der kommerzielle Erfolg nur eingeschränkt gegeben war. Eine direkte kommerzielle Weiternutzung des im Projekt aufgebauten Systems blieb aus.

Da die prinzipielle technische Machbarkeit aber vorhanden ist und der Nutzen beim Anwender auch gesehen wurde und wird, hat die weitere Entwicklung der Tags hinsichtlich der Stückzahlen, der Kosten und der Integrationstiefe dazu beigetragen und wird dazu betragen, dass sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis bessert und der Einsatz auch kommerziell interessanter wird. Eine weitere Schwelle für oder gegen die Nutzung des technisch erprobten Systems wird in der Wertigkeit oder Empfindlichkeit der Güter zu sehen sein, die das System ggf. auch direkt kommerziell positiv erscheinen lassen.

Generell wird als Quintessenz aus dem Projekt gesehen, dass die wesentliche Schwelle beim Aufbau eines Tracking & Tracing-Systems die Entscheidung darstellt, welche Technologie für die gewünschte „Art“ der Warenverfolgung entlang der Logistikkette die Richtige ist. Eine Patentlösung für diese Frage gibt es sicherlich auch heute – mit dem weiteren Fortgang der Technologie – noch nicht.

 

Projekte

Projekte nach Anwendungen
neuartige Logistikkonzepte
E-Business
Tracking & Tracing
Supply Chain Management
Übergeordnete Beispiele

Projekte A-Z

Ergebnisse

Flyer mit der Zusammenfassung der Ergebnisse (959 kByte)

Begriffserklärung

Technik A-Z
Logistik A-Z

 

 

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